Informationsveranstaltung: „Frauenherzen schlagen anders“
25.02.2026 | ab 16:00 Uhr
Weltweit besitzen Frauen eine höhere Lebenserwartung als Männer. Dabei spielt unter anderem der protektive Effekt der weiblichen Geschlechtshormone eine Rolle. Dennoch stellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch bei Frauen die häufigste Todesursache dar – noch vor allen Krebserkrankungen zusammen.
Auffällig ist, dass Frauen bei einem akuten Herzinfarkt im Durchschnitt später als Männer die Notaufnahmen geeigneter Krankenhäuser erreichen. Ein Grund hierfür ist, dass Frauen beim akuten Infarkt häufig andere Symptome entwickeln als Männer. Während der klassische Herzinfarkt sich durch anhaltende Schmerzen hinter dem Brustbein, oft mit Ausstrahlung in die Schultern, verbunden mit Schweißausbruch und Todesangst äußert, zeigt sich der Herzinfarkt bei Frauen häufig subtiler. Neben akuten Thoraxschmerzen kann es zu akuter Luftnot, Schmerzen im Oberbauch – die nicht selten als Magen-Darm-Problematik fehlinterpretiert werden –, akuten Rückenschmerzen oder auch lediglich zu ausgeprägter körperlicher Schwäche oder Übelkeit kommen. Diese Beschwerden sind für Frauen oftmals schwerer einzuordnen und führen dadurch nicht selten zu einer verzögerten Aufnahme im Krankenhaus.
Ein besonders hohes Risiko für Herzinfarkte besteht zudem bei jungen Frauen, die rauchen und gleichzeitig die „Pille“ einnehmen.
Doch was ist noch anders bei Frauenherzen? Sie sind im Durchschnitt kleiner als bei Männern. Dr. Schickel erläutert: „Dies stellt prinzipiell kein Problem dar. Wenn jedoch mit zunehmendem Alter – bedingt durch Bluthochdruck – das Herz an Elastizität verliert, kann das geringere Herzvolumen dazu führen, dass Frauen mit Bluthochdruck insbesondere beim Treppensteigen oder Bergaufgehen früher und stärker Luftnot entwickeln als Männer. Man spricht hier von einer Herzschwäche mit erhaltener Pumpfunktion. Daher ist gerade bei Frauen eine rechtzeitige Behandlung des Bluthochdrucks notwendig.“
Auch die Wirkung von Medikamenten kann bei Frauen anders ausfallen als bei Männern. So muss unter Umständen die Dosierung beispielsweise von Betablockern oder Digitalispräparaten angepasst werden. Auch bei Medikamenten zur Behandlung der Herzschwäche reichen häufig niedrigere Dosen aus, um Nebenwirkungen zu vermeiden.
Informationsveranstaltung: „Frauenherzen schlagen anders“ – 25.02.2026 | ab 16:00 Uhr
Chefarzt Dr. Stefan Schickel aus der Klinik für Kardiologie des St. Josef Krankenhauses informiert bei dieser von der Deutschen Herzstiftung unterstützten Veranstaltung ausführlich über Unterschiede in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen. Die gerade bei Frauen mit bestehenden Herzerkrankungen wichtige Thematik der Hormonersatztherapie wird gemeinsam mit Frau Chefärztin G. Bilir-Leifeld, Klinik für Gynäkologie am St. Josef Krankenhaus, beleuchtet.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit zur Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern im Sinne eines Arteriosklerose-Screenings. Fragen an die Experten sind ausdrücklich erwünscht. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Eine Veranstaltung nicht nur für Frauen, sondern auch für Ehemänner, Väter, Söhne und Enkel.
